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«Meine Motivation für das Projekt weckte die Idee, den Zugang zu Bildungseinrichtungen und damit zu Know-how unabhängig von finanziellen Mitteln zu ermöglichen sowie dessen nachhaltige Weitergabe.»

Markus Boller
Jurist

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Das Schulsystem

Die Wurzeln des ugandischen Schulsystems liegen in der britischen Kolonialzeit. Es bestehen überwiegend Ganztagesschulen, da die Kinder zum Teil sehr weite Wege in Kauf nehmen müssen. Eine allgemeine Schulpflicht existiert, wird aber nicht durchgesetzt. Alle Einwohner, auch Erwachsene, welche nie zur Schule gingen, haben ein Recht auf 7 Jahre Unterricht. 1997 wurde die kostenfreie Grundschulbildung für vier Kinder pro Familie eingeführt. Das erhöhte die Nachfrage im Primarbereich radikal. Viele Eltern möchten ihre Kinder in die Schule schicken. Der regelmässige Schulbesuch ist aber oft unmöglich. Einerseits, weil die Kinder aktiv zum Lebensunterhalt der Familie beitragen oder auf jüngere Geschwister aufpassen müssen, andererseits, weil die Angehörigen die Nebenkosten für Schuluniform, Bücher und andere Schulmaterialien nicht aufbringen können. Seit dieser neuen Regelung zahlt die Regierung den öffentlichen Grundschulen mit ca. 9000 USH/Jahr/Schulkind (2009: CHF 7) wenig Unterstützung. Die Löhne der Lehrer sind seit der Aufhebung der Schulgebühren noch tiefer, was die Qualität des Unterrichts senkte und die Schülerzahlen pro Klasse erhöhte. Ausgebildete Lehrer, welche die tieferen Gebühren nicht akzeptierten, wurden – wie der Vater von Adah, unserer Studentin – entlassen. In der Stadt verlangen die Schulen zusätzliche Gebühren von den Eltern. Damit können die Lehrer besser bezahlt werden, was zu einer höheren Qualität des Schulunterrichts in den Städten und zu einem Gefälle der Ausbildungsstandards gegenüber den Dorfschulen führt. Neben dem Staat und den privaten Schulen führen die Kirchen Schulen, die meist für Dorfkinder besser zugänglich sind. 

Internationale Universität Kampala. Die Fachhochschulen und Hochschulen sind gut und teils sehr modern
Internationale Universität Kampala. Die Hörsäle sind einfach eingerichtet – unterstützende Techniken gibt es kaum

Ab der Secondary School ist die Ausbildung privat finanziert. Diese Schulen verzeichneten in den letzten Jahren ein Schülerwachstum von jährlich über 20%, obwohl gleichzeitig auch 15% mehr private Sekundarschulen registriert wurden. Wie die Schülerinnen und Schüler die Schulgebühren auf kreative Art erwirtschaften und was es für die Eltern und Angehörigen dieser ambitiösen Jungen bedeutet, kann man aus den Biographien unserer Studierenden herauslesen. 

Das Schulsystem gliedert sich wie folgt:  

  • 7 Jahre Primarschule (elementary school)
  • 4 Jahre Sekundarstufe I (secondary school) mit O-Level-Abschluss (Ordinary Level) 
  • 2 Jahre Sekundarstufe II mit dem A-Level-Abschluss (Advanced Level)
  • 3 bis 5 Jahre Berufsausbildung/Studium  

Mit der Sekundarstufe I kann man in 3 Jahren ein Handwerk – ähnlich einer Lehre in der Schweiz – erlernen. 

Ca. 25% der Schüler mit abgeschlossener Sekundarstufe II treten in den tertiären Bildungsbereich, die spezifischen Berufsausbildungen, ein. Nach diesem Abschluss, dem A-Level, können Uganderinnen und Ugander, wenn sie ein staatliches oder privates Stipendium bekommen oder aus reichem Haus sind, ein Studium an einer Universität beginnen. 

Ein Preiseinblick dazu: 

  • Ein Semester B&A (Business & Administration) kostet etwa so viel wie ein Jahressalär einer Kaffeefabrikarbeiterin.
  • Ein Semester Rechtswissenschaft kostet zirka ein dreifaches Monatsgehalt eines Arztes.

Die Berufsausbildung oder das Studium kann an folgenden Bildungsstätten stattfinden: 

  • Staatlichen oder privaten Universitäten
  • Einem Institut für Lehrerbildung
  • Einer Handelsschule (College of Commerce)
  • Einer technischen Hochschule
  • Am ugandischen Polytechnikum
  • An diversen Diplom-Fachschulen für Berufe des Gesundheitswesens
  • An berufsspezifischen Diplom-Fachschulen

Am 16. Mai 2008 ist im CIA World Factbook festgehalten, dass 66,8% der ugandischen Gesamtbevölkerung über 15 Jahre lesen und schreiben können (76,8% Männer und 57,7% Frauen).

In der Schule malen die Kinder auf die Wände – nicht auf Tafeln oder Flipcharts
Im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes wird an einer Dorfschule eine Latrinenanlage gebaut