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«Bereits vorhandene Beziehungen zu stärken, neue zu erfahren und anderen die Möglichkeit zu geben, welche zu knüpfen. Es ist ein wunderbares Erlebnis, die Gastfreundschaft und Herzlichkeit Afrikas auf diese Weise kennen zu lernen!»

Claude Herzog
Biologiestudent

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Kontakte mit den Studierenden und Uganda –
die Entwicklung des Projekts

Ein persönlicher Bericht von Eva Winizki

Auf der ersten Reise 2004 haben wir zu feiern: Die ersten beiden Studierenden haben ihre Berufsausbildung abgeschlossen – Doreen als Hebamme/Kranken- schwester und Ronald als Rechtsanwalt. Mit Freunden aus der Schweiz laden wir die beiden ein, mit uns in den Süden zu fahren. Ein gutes Mietauto mit Vierradantrieb und Safaridach sowie ein sicherer Chauffeur führen uns durch die hügelige, grüne Landschaft inmitten von Tee-, Kakaoplantagen und Bananenhainen in den südwestlichsten Zipfel Ugandas, zuerst an den romantischen Lake Bunyonyi in der Nähe Kisoros, an der Grenze zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo, ehemals Zaire genannt. Vor den Häusern liegen auf Tüchern Hirse und Kakaobohnen zum Trocknen in der Sonne – die kleinen Dörfer sind bunt und lebendig. Mit riesigen Hörnern ziehen Ankoli-Kühe durch die Strassen. Das Hotel liegt direkt am See. Tierbeobachtungen auf dem Boot in der Morgen- und Abendstimmung, draussen essen, angenehmes Klima um die 25 Grad, trocken.

Alles wird an der Sonne getrocknet – Kakao …
… und auch die Wäsche

Doreen erzählt über ihre Arbeit als Hebamme im Internationalen Spital in Kampala, wo sie eine Festanstellung bekommen hat. Sie ist glücklich, ihr Leben nimmt einen guten Lauf. Ronald hat mit Kollegen des Jusstudiums eine eigene Kanzlei eröffnet und ist daran, die Anwaltsprüfung zu machen. Auch er ist voller Visionen, und er bringt die Idee auf, weiteren Studierenden die Chance zu geben, ihren autonomen Berufsweg einzuschlagen. Wir sinnieren über ein zukünftiges Projekt nach.

Die Ankoli-Kühe kamen ursprünglich aus dem Sudan
Hier gibt es alles zu kaufen, was man im Dorf braucht

Weiterfahrt nach Bwindi, dem undurchdringbaren Primärwald. Wichtig zu wissen, dass man sich lange vorher anmelden muss. Da gibt es fünf sogenannt habituierte freilebende Berggorillagruppen, die über mehr als ein Jahr von Fachleuten an den Menschen gewöhnt wurden. Eine Gruppe von sechs Personen darf pro Gorillafamilie jeden Tag auf Besuch gehen. Wir sind vier Stunden – Hügel auf und Hügel hinunter – gegangen, um diesen Urtieren auf die Spur zu kommen. Die bewegen sich auch – Hügel auf und Hügel hinunter –, um Futter zu suchen. Plötzlich stoppt der Ranger vor mir, und wir stehen zwei Meter vor einem Männchen, das futtert. Es schaut uns mit seinen dunklen Augen ruhig an, mir steht fast das Herz still. Unwillkürlich laufen mir Tränen übers Gesicht. Es ist sehr berührend, diesem riesigen, friedlichen Affen so nahe zu sein. Eine Stunde beobachten wir konzentriert jede ihrer Bewegungen. Die 25 Tiere fühlen sich gefahrenlos, fressen ruhig Früchte und beobachten uns ebenso ruhig und gelassen. Eine tiefe Erfahrung, auch für Doreen und Ronald, obwohl in Uganda lebend, diese Tiere zum ersten Mal in Realität zu sehen. Auch diese Chance möchten sie andern Studierenden weitergeben.

Wir fahren in das Heimatdorf von Doreen nach Bushenyi. Weder Mutter noch Vater wohnen noch da, einige Verwandte leben in den einfachen Häusern. Wir spielen mit den Kindern im Dorf Fussball. Die Lederbälle, die wir aus der Schweiz mitnahmen und ihnen schenken, beglücken sie.

In den jeweiligen Fahrten im Auto schmieden wir Pläne, wie das Projekt in der Zukunft aussehen könnte, falls wir weiteren Studentinnen den Zugang zu einer Berufsausbildung ermöglichen wollen. Aufnahmekriterien und -prozedere werden diskutiert. Auf Ronalds Vorschlag wird entschieden, dass die Neuen ihre Biographie aufschreiben müssen: mit ihren gesellschaftlichen Visionen als Eintrittsticket ins Projekt. Der Wahrheitsgehalt dieser Lebensgeschichten wird anhand verschiedener Kriterien überprüft. Wir denken über die strukturelle Nachhaltigkeit der Entwicklung des Projekts nach. Wichtig ist, dass die Studierenden nach Abschluss der Ausbildung fünf Jahre im Vorstand mitarbeiten. Die Qualitätssicherung der Begleitung der Studierenden findet durch den engen Kontakt mit den Vorstandsmitgliedern statt – auch die Kontrolle über die Finanzen. Budgets und Abschlussrechnungen müssen vor und nach dem Semester aufgestellt werden und für alle Vorstandsmitglieder und Sponsoren zur Verfügung stehen. Erste Aufgaben werden verteilt: Ronald macht den Entwurf eines Reglements und schafft das juristische Fundament einer NGO. Ich beginne mir Gedanken zu machen, wie ich das Sponsoring in der Schweiz aufziehe. Ich muss einen Schwesterverein gründen.

Elefantenherde, Queen Elizabeth N.P.
Der Kronenkranich, das Wahrzeichen Ugandas

Im Nationalpark Queen Elizabeth können wir dann Geparden, Elefanten, Zebras, Giraffen  und viele andere Tiere aus nächster Nähe beobachten. Neben der luxuriösen Lodge gibt es auch eine ökologische Unterkunft, die vom Institut für Umweltschutz in festen Zelten geführt wird, was für unseren Rahmen mit jungen Ugandern adäquat ist. Wie in Hollywood: Swimmingpool, gediegenes Buffet und Musik können wir uns für die Silvesternacht als Abendprogramm in der Luynes Lodge leisten. Für die beiden Ugander ein aussergewöhnliches Kulturereignis, das sie nur aus Filmen kennen. Die Begeisterung ist gross. 

Das Baden in den klaren und sauberen Vulkanseen von Nkuruba  in der Nähe von Fort Portal, wo man vom Wasser aus die Meerkatzen von Ast zu Ast springen sieht, ist ausgesprochen lustvoll. Es ist nicht häufig in Uganda, gefahrlos baden zu können: Krokodile, Flusspferde und die Gefahr, Bilharziose einzufangen, hindern einen. 

Auf der Rückreise nach Kampala bringen wir noch der Familie eines ugandischen Freundes aus der Schweiz Medikamente. Dieser Freund führt in Zürich das Restaurant «African Queen». Dieser Freundschaftsdienst ermöglicht uns, ein neues Dorf, einen neuen Bauernhof, das soziale Leben im Haus mitzuerleben und den kulturellen Austausch zu pflegen. 

In Kampala sind wir noch bei Ronalds Mutter  zum Essen. Dann gehen wir in den urbanen Ausgang, anschliessend besuchen wir traditionelle Orte des alten Königreiches Buganda, die Kasubi Tombs, und schliessen die Vorbereitungen ab für die Weiterführung des Projektes.

Bis zur nächsten Reise gründen wir die NGOs «UECD Uganda» und «UECD Switzerland». Der Name: Uganda Empowerment & Career Development. Ziel: über Bildungsförderung die Armut bekämpfen. Es entstehen das Reglement und die Statuten. Wir erhalten die Steuerfreiheit in der Schweiz. 

Es ist uns neben dem Sponsoring der jungen Uganderinnen ein besonderes Anliegen, dass junge Schweizerinnen und Schweizer den kulturellen Austausch zu Gleichaltrigen in Uganda pflegen. Peter Baguma, Psychologieprofessor an der Makerere-Universität in Kampala, steht als Senior Consultant bei.

Wir nehmen neu Hilda als Studentin in Business & Administration auf. Ronald und Doreen sind die Junior-Vorstandsmitglieder, welche Hilda ausgewählt haben. Sie helfen ihr, ein Postkonto und eine E-Mail-Adresse zu eröffnen und sich in der Uni einzuschreiben. Wohnen kann sie bei ihrer Mutter. Der neue Sponsor, Philipp Herzog aus Zürich, nimmt mit ihr den Kontakt auf. Die finanzielle Unterstützung findet direkt zwischen Sponsoren und Studierenden statt, das direkte Controlling über die Anwendung der Finanzen haben die Vorstandsmitglieder in Uganda. Missbrauch der Gelder führte sofort zum Ausschluss aus dem Programm. Dies ist bis heute nie geschehen.